Archiv für den Monat Juli 2014

Warabi, ein Vorort von Tokyo, mein zu Hause auf Zeit.

Gestern hab ich die Adresse von meinem Guesthouse in Tokyo erhalten, es liegt etwas ausserhalb der Stadt im Vorort Warabi. Auf mich wirkt es, in Google Streetview, wie ein kleines hübsches Dorf, welches sich irgendwo auf der Welt befinden könnte. Keine Hochhäuser wie von Tokyo vermutet sondern 2-3 stöckige Gebäude. Ich denke, der perfekte Kontrast, den ich so erleben werde.Trotz Vorort soll die Reisezeit in die Stadt nur etwa 22 Minuten mit 2 verschieden Bahnlinien betragen. Die Schule befindet sich irgendwo in der Nähe der Shinjukustation, welche als der grösste Bahnhof der Welt gilt, das könnte noch interessant werden dort den richtigen Weg zu finden. Ich vermute die Schule hat bewusst eine Fotowegbeschreibung auf der Internetseite veröffentlicht. 

Die wichtigsten Daten der Reise sind nun fixiert: Der Hinflug geht am 15.8 mit Swiss direkt nach Tokyo, der Rückflug findet genau 3 Wochen später mit ANA von Osaka über Narita und Düsseldorf nach Zürich statt. Der Japanrailpass für 1 Woche ist bestellt, die Übersetzung vom Füherschein aus Japan ist angekommen. Hostelreservationen hab ich bereits in Kyoto, Hiroshima und Kobe, genaue und detaillierte Reisepläne schmiede ich erst nach meiner Ankunft in Warabi. Ich möchte mir auif dieser Reise nicht nur die touristischen Highlights ansehen, sondern das Land ebenso abseits der touristischen Pfade erleben. 

In Zürich nerv ich mittlerweile meine Freunde mit meinem neuen Hobby. Letzte Woche hab ich das japanisch angehauchte Tortenparadies Les Gourmandises de Miyuko besucht und dort mit einer Freundin ihren 30. Geburstag vorgefeiert. Wir beide sind begeistert vom leckeren Kuchen gewesen, es war sicher nicht unser letzter Besuch.

Kuchenessen im Miyuko

Kuchenessen im Miyuko

19 Tage dauert es noch, bis ich für 21 Tage aus der Daily Soap, die sich mein Leben nennt, aussteigen darf…

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neues Hobby Japan

Mittlerweile hab ich mit der japanischen Sprache sehr gut angefreundet. Die Sprache zu lernen macht mir extremen Spass und ich hab Freude an jedem Zeichen, dass ich erkenne. Heute hatte ich meinen ersten Wörtchentest und dieser ist leider nicht so gut ausgefallen, wie ich es mir gewünscht hätte. Da Julia die letzten 3 Wochen mit einer Lungenentzündung mehr oder weniger zu Hause war, blieb das lernen leider auf der Strecke, da die Konzentration mit einem kranken Kind leider nicht da ist. Am meisten Mühe bereitet es mir nicht mit die Wörtchen zum Lernen, sondern besonders mit den extrem vielen Zungenbrecher bei der Aussprache. Hier versuch ich mittel CD Kurs noch meine Aussprache zu verbessern und zu üben.

Dafür konnte ich mir Gedanken über meine Reisepläne machen. Mein Einsatzplan bei der Arbeit erlaubt es mir nun, dass ich für 3 Wochen nach Japanreise , damit werd ich in den nächsten Tagen meinen Rückflug umbuchen. An meinen Ursprünglichen Plänen nach der Schule in Tokyo nach Osaka und Hiroshima zu gehen nichts ändern wird, werde vermutlich eher dort noch etwas Südlich Reisen und mir mal noch die Stadt Fukuoka ansehen. Die genauen Pläne mach ich aber erst vor Ort in Tokyo. In der Schweiz werd ich mir noch den Railpass besorgen, damit ich unbesorgt herumreisen kann und mir keine Gedanken über irgendwelche Zugtickets machen muss. Zudem hab ich heute noch alles für die Übersetzung meines Führerscheines auf Japanisch in die Wege geleitet, so dass einem spontanen Mietwagenbuchung vor Ort nichts im Wege steht. Beim Ansehen der japanischen Verkehrsregeln , ist mir aufgefallen, dass dort die Senioren ein Schild am Auto haben (ähnlich unserem L für Lernfahrer) welches ältere Fahrer hinweist. Eine aus meiner Sicht sinnvolle Sache, welche man auch in Europa umsetzten könnte.

Mein neues Hobby Japan lässt sich perfekt mit meinem Hobby seltene Flieger fliegen kombinieren. Der Rückflug von Japan könnte ganz theoretisch über Almaty, Tashkent und Baku führen und dabei noch einen Flug mit einer Boeing 727 einbauen. Leider verunmöglichen meine Rückschmerzen vom Autounfall im Januar solche Pläne. Beim nächsten Trip werd ich garantiert solche Überlegungen einfliessen lassen.

Bereits gebucht ist an Pfingsten 2015 ein Trip in die deutsche Stadt mit den meisten japanischen Einwohner, nach Düsseldorf. Dort werd ich sicher neben Shoppen, noch eine der grössten deutschen Anime, Manga und Japan- Convetion besuchen. Julia und meiner Freundin erklär ich, dass wir an eine Kostümparty (Japanfreaks bitte verzeicht die Aussage) gehen. Ich bin mir bewusst, dass das nichts gemeinsam hat, aber ohne diese Beschreibung hab ich keine Chance die beiden dort hin zu kriegen und der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel ;-).

In den nächsten Tagen werd ich noch versuchen die finanziellen Mittel aufzutreiben, um einen letzten Flug mit meinem Lieblingsflugzeug, der MD11, von Amsterdam nach Montreal zu unternehmen, und da in den Herbstferien noch eine Hatsune Miku Konzert in New York stattfindet wäre das die perfekte Gelegenheit dafür. Hatsune Miku wird von „der Zeit“ als der unechteste Popstar der Welt bezeichnet und war dieses Jahr im Vorprogramm von Lady Gaga. Wieder eine Chance Japan und alte Flieger zu verbinden. Hoffentlich klappt es.

Der Wandel den ich zum Thema Japan in den letzten Monaten vollzogen hab ist für mich noch nicht ganz nachvollziehbar. Ich denke immer wieder an meinen Besuch am Japanstand an der ITB und erinnere mich an die Gedanken dort, Japan ein Reiseziel irgendwann mal in ganz ferner Zukunft, aber jetzt interessiert mich das nicht. Ein halbes Jahr später, sehe ich das alles ganz anders und realisiere wie ich mich gewandelt hab. Ich besuchte im Museum Rietberg die Ausstellung des Zen-Meister Sengai, plane einen Besuch in der TonTonhalle um mir ein Konzert von Michiko Tsuda (meiner Ex- Klavierlehrerin) anzuhören und sehe wie mich die japanische Einstellung zum Leben beginnt zu prägen.

In den letzten Monaten hab ich gelernt, dass die Aussage „sag niemals nie“ wahr ist und man die Augen immer für neues offen halten sollte.