Einer meiner ganz grossen Träume ist es, von der Schweiz aus mit dem Auto bis nach Australien zu reisen. Und genau dieser Traum soll jetzt wahr werden. Ob ich es tatsächlich bis nach Down Under schaffe? Keine Ahnung. Aber Kambodscha steht definitiv auf dem Plan.
Wie alles begann:
Ich liebe Autofahren. Wenn ich mir anschaue, wie viele Kilometer ich im letzten Jahr abgespult habe, wäre ich rechnerisch schon mehrfach um die Welt gekreist. Der Wunsch, einfach ins Auto zu steigen und loszufahren, gärt schon lange in mir. Ich war Stammgast auf der Website eines Anbieters für Wohnmobil-Gruppenreisen nach Australien – die Idee fand ich genial. Aber ein ganzes Jahr Auszeit? Ohne Einkommen, dafür mit Kind? Das war für mich schlicht unvorstellbar. Also habe ich den Traum jahrelang auf „später“ verschoben.
Anfang dieses Jahres erzählte ich einem Branchenkollegen davon. Sein Kommentar war kurz und trocken: „Wenn das dein Lebenstraum ist, warum lebst du ihn nicht einfach?“ Auch meine Freundin sagte nur: „Go for it!“ Das war der nötige Kick.
Natürlich ratterten sofort die Bedenken los: Sicherheit im Iran, die Lage in Pakistan… ich wollte es erst in zwei oder drei Jahren angehen. Doch der Input aus der Branche war klar: Es ist machbar. Man muss wissen, wo es kritisch ist, aber der Rest geht. Als dann noch ein Freund meinte: „Ich wäre auf einem Teil der Strecke dabei, am besten im Mai und Juni“, war der Sack zu. Das Zeitfenster stand fest.
Planung im ADHS-Modus
Wer sich fragt, in welchem Tempo man so eine Reise plant: Hier spielt mein ADHS die entscheidende Rolle. Innerhalb von nur 48 Stunden wurde aus einem vagen „Irgendwann mal“ ein echter Plan für das Frühjahr 2027. Und das wohlgemerkt mitten im Arbeitsalltag. Im Büro bin ich gerade zu 120 % gefordert, da meine Firma ein anderes Unternehmen übernommen hat. Aber bei jedem Blick an die Weltkarte an meiner Wand wird die Lust, sofort loszufahren, einfach grösser.
Organisation: Etappen statt Ausstieg
Für meine Tochter gab es schnell eine Lösung. Da sie bis dahin volljährig ist und im Internat lebt, lässt sich die Reise für mich gut in Etappen von sechs bis acht Wochen aufteilen. Auch im Büro kann ich mal vier bis sechs Wochen fehlen – dank Internet ist das Arbeiten von unterwegs ja möglich.
Klar ist aber auch: Das wird keine gemütliche Kaffeefahrt. Der erste Teil der Strecke ist politisch so heikel, dass bis zur indischen Grenze zügiges Fahren angesagt ist. Lebensmüde bin ich nämlich nicht. Die Route durch den Iran und Pakistan ist aktuell nicht ideal, aber es wäre der schnellste Weg. Die Alternative über das Kaspische Meer bedeutet einen riesigen Zeitaufwand. Ich plane momentan beide Varianten im Detail und werde dazu noch einen eigenen Beitrag schreiben.
Die nächste Challenge: Das Auto
Neben der Route ist das Fahrzeug das grösste Thema. Da auf einem Grossteil der Strecke Linksverkehr herrscht, suche ich gezielt nach einem Rechtslenker. Ausserdem steht ein Offroad-Kurs an, ich will lernen, die wichtigsten Reparaturen selbst zu erledigen. Die Suche nach dem passenden Untersatz hat also oberste Priorität.
Ach ja, als erste Inspirationsquelle dient mir übrigens ein Lonely Planet von 2001. Ein bisschen Nostalgie darf bei aller Planung schliesslich auch dabei sein.
Vom Plan zum Aufbruch: Das Abenteuer beginnt jetzt.
Jetzt, wo der Plan steht, gibt es kein Zurück mehr. Die Reise beginnt nicht erst 2027 auf der Strasse, sondern genau jetzt, hier am Schreibtisch zwischen Weltkarte, Firmenübernahme und meinem ganz persönlichen ADHS-Chaos. Mir ist klar, dass das Projekt für manche verrückt klingt, aber es ist für mich der Beweis, dass man Träume nicht ewig aufschieben darf; man muss sie einfach anpacken, solange das Feuer brennt.
Ob am Ende alles exakt so klappt, wie ich es mir vorstelle? Keine Ahnung. Aber ich bin bereit für die Herausforderung und nehme euch ab jetzt mit auf diese intensive Reise der Planung. Bleibt dran, als Nächstes steht die Suche nach dem passenden Fahrzeug an!

























































































